Montag, 04. Juni 2012
Erster Teil des vierteiligen Berichts über die Pfingst-Jugendturnierfahrt.
1. Tag, Freitag, der 25.05.2012
Im Vorfeld hatte die Jugendlichen Sebastian Eßer, Viktor Pütz , Max Neuber und Jakob Weber sich für das Pfingst-Open (7 Runden in vier Tagen) in Krefeld entschieden. Um so enttäuschter war ich, dass mein Sohn Felix, der eigentlich ebenfalls mit dabei sein wollte, kurzfristig absagte, um seinen 18. Geburtstag nachzufeiern.
Eine Woche zuvor hatte ich allen 4 Genannten mitgeteilt, dass wir um 16:45 Uhr am Schachheim abfahren würden, da der Meldeschluss um 18:15 Uhr angegeben war, Spielbeginn sollte um 18:30 Uhr sein und Freitag war mit Wochenendstaus zu rechnen. Keiner der Jugendlichen hat den Termin eingehalten...
Viktor kam auf Verdacht um 16:30 Uhr, Jakob schickte Donnerstags eine Fragemail, Max kam 10 Minuten zu spät und Sebastian kam gar nicht. Um 17:05 Uhr entschlossen wir uns ihn anzurufen. Es stellte sich heraus, dass er kurz zuvor bei mir zu Hause angerufen hatte, um zu erkunden, wann es denn los ginge. Mein Sohn Felix gab zur Antwort, er wisse von nichts. Daraufhin entschloss sich Sebastian zu Hause zu warten und nichts zu tun. Um 17:20 Uhr war Sebastian endlich abgehetzt mit dem Fahrrad da und wir konnten los.
Aber wie befürchtet waren die Autobahnen völlig verstopft; wir erreichten den Spielort erst gegen 18:30 Uhr recht entnervt. Aber wir hatten Glück, da der Verein unsere Startgelder (40 Euro pro Erwachsener, 25 Euro für Jugendliche) bereits im Vorfeld überwiesen hatte und wir somit trotz Verspätung mit ausgelost wurden.
Das Spiellokal war sehr schön in einem Park gelegen. Der Spielsaal war nicht so geräumig wie unsere Bürgerhalle. Es gab einen Analyseraum und einen Verpflegungsraum, in dem an den Folgetagen auch Fußball und Formel 1 gezeigt wurden.
Die ersten 5 Bretter spielten auf einer Empore (60 cm erhöht), Brett 48 war das letzte Brett im Turniersall unmittelbar neben der Ausgangstür. Da Turm Krefeld entgegen seiner ursprünglichen Ankündigung die Anmeldezahl von 90 Teilnehmern schließlich bis auf 124 erhöht hatte, mussten die letzten Bretter 49 bis 62 in kleine (unangenehme) Nebenräume ausweichen. Unangenehm deshalb, weil dort keine Turnierathmosphäre herrschte, diese unmittelbar neben dem geräuschvollen Aufenthaltsraum lagen und ständig die alte Tür klapperte. Es war tatsächlich so, dass man für schlechtes Spiel auch insoweit bestraft wurde, dass sich die Arbeitsbedingungen immer weiter verschlechterten, je weiter man hinten Platz nehmen musste.
Das Teilnehmerfeld war deutlich stärker als bei unserer Stadtmeisterschaft. Ein GM, mehrere IM und FM waren angetreten, von 124 Teilnehmern hatten ca. 75 eine ELO Zahl. Ich selbst saß mit der DWZ 1687 auf Startnummer 80 im hintersten Mittelfeld. Wenn man bedenkt, dass von den 44 schwächeren Spielern ca. 20 "hungrige Jugendliche" lauerten, so kann man ermessen, dass Punktesammeln schwierig werdenn würde. Die Teilnehmer kamen überwiegend vom Niederrhein, aber auch Münterland, Süddeutschland und der Niederlande. Es waren wenige bekannte Gesichter am Start, so unsere beiden "grauen Panther" Khanukov und Rotstein.
In der 1. Runde hatten wir erwartungsgemäß einen sehr schwierigen Stand, da die obere Hälfte traditionell gegen die Unterdogs(zu den wir zählten) antritt.
Jakob Weber wurde nach etwas mehr als einer Stunde von Lukas Schnelle (2020) auseinandergenommen. Sebastian Eßer und ich selbst mussten nach 2,5 Stunden gegen 2150 er Gegner die Segel streichen. Max Neuber hielt sich eisern und kam ausgeglichen in sein Endspiel, allein, der Gegner Josef Der (1794) wollte sein Remisangebot nicht akzeptieren. Spät verlor Max dann leider noch, nach eigener Aussage hatte er keinen Plan mehr für das Endspiel. Held des Abends wurde Viktor Pütz, der dem auch von unserer Stadtmeisterschaft bekannten Stefan Speck (SG Solingen, 1947) nach der Zeitkontrolle ein Remis abrang.
1. Runde : Eßer - Boos (2157) 0-1
Wind (2156) - Liebsch 1-0
Schnelle (2020) -Weber 1-0
Pütz- Speck (1947) remis
Der (1794) - Neuber 1-0
Wir fuhren eigentlich ganz zufrieden und erwartungsfroh nach Hause und freuten uns auf den Samstag mit einer Doppelrunde.
Davon mehr demnächst im 2. Teil
Ulrich Liebsch |